Ein Abend in Wremen an der Nordsee

Ein Abend in Wremen an der Nordsee

Wremen ist kein Schreibfehler, sondern eine kleine Ortschaft, mit nicht ganz 2.000 Einwohnern, etwas nördlich von Bremerhaven.

Einige von euch haben es ja mitbekommen. Ich bin Ende August/Anfang September umgezogen und wohne nicht mehr in der Nähe von Stuttgart, sondern im schönen Norddeutschland, etwa 30km östlich von Bremen. Natürlich versuche ich die neue Umgebung zu erkunden, am liebsten mit dem Fahrrad und umgehängter Kamera.

Ich versuche also viel unterwegs zu sein und für euch ein paar Inspirationen zu schönen Ausflugszielen zu liefern.

Es kann also durchaus passieren, dass euch in Zukunft öfter mal Beiträge dieser Art erwarten. Ich schreibe solche Berichte ja nicht furchtbar oft, sollten euch wichtige Informationen fehlen, dann schreibt mir einfach, so lerne auch ich dazu.

Wie ich auf Wremen gekommen bin?

Naja, durch Zufall um ehrlich zu sein. Ich kenne mich hier im hohen Norden wirklich noch gar nicht aus. Um dies zu ändern suche ich mir auf Google Maps Ziele in Reichweite und fahre einfach ziemlich unvoreingenommen hin. Irgendwo muss man ja anfangen, oder?

Von mir nach Wremen benötigte ich mit dem Auto etwa 50 Minuten. Ich bin am frühen Nachmittag losgefahren und war um ca. 15:30 Uhr dort. Das Wetter schwankte die ganze Zeit zwischen „Hier bricht gleich eine Regenhölle los“ und „Du willst Sonne im Oktober? Hier bitteschön, wie viel kannst du vertragen?“

Das Wetter war gut zu mir, es kam kein Tropfen regen runter und so bleib ich bis es stockfinster war an Ort und Stelle.

Dunkle Regenwolken bei der Ankunft

Vielleicht muss ich einmal genauer definieren, wo in Wremen ich war. Den eigentlich Ort habe ich nur aus dem fahrenden Auto betrachtet. Als ich die Route plante, fiel mir ein kleiner grüner Fleck auf der Landkarte und ein eingezeichneter Leuchtturm auf, „Der kleine Preuße“. Da wollte ich hin.

Direkt hinterm Deich gab es Parkplätze und neben ein paar wenigen Strandkörben und einem ziemlich hübschen, teuer anmutendem Hotel war natürlich dieser kleine, niedliche Leuchtturm der Blickfang.

Der kleine Preuße und das Hotel

Der Grund, warum ich mich dann doch so lang an einem Ort aufhalten konnte? Direkt am kleinen Hafen (dort lagen einige Fischkutter) gab es einen Platz, um den herum ein paar Fressbuden aufgebaut waren. Es gab also frischen Fisch, Kaffee und Kuchen und wenn man wollte auch ein kühles Bier. Perfekt. 

Außerdem hatte ich mein Stativ dabei und da kam mir die Idee, den Leuchtturm im Dunkeln zu fotografieren. Ich saß also auf „meiner“ Bank, trank Kaffee und aß ein Fischbrötchen. Schaute den Möwen und anderen flugfähigen Tieren zu und genoss den immer schöner werdenden Tag.

Hafen, Krabbenkutter und Buden

Die Dämmerung zog nicht nur mich an. Immer wieder konnte ich andere Fotografen beobachten und auch ich bin vermutlich als solcher aufgefallen. Klar, mit Stativ und einigermaßen großem Objektiv ist das auch schwer zu verstecken.

So kam es auch zu einer wirklich süßen Begegnung mit einer 80-jährigen Fotokünstlerin aus der Gegend. Über eine Stunde haben wir geschnackt. Seit über 30 Jahren reist sie die Küste rauf und runter. Fotografiert schöne Motive für Zeitungen oder Postkarten und gab mir ein paar tolle Tipps für zukünftige Fotoausflüge. Ein paar Kilometer nördlich gäbe es noch eine schöne Stelle. Die Ecke an der die Elbe in die Nordsee fließt müsse ich auch unbedingt sehen und von Cuxhaven kann mit der Fähre in nur zwei Stunden auf Helgoland sein. Ganz lieben Dank unbekannte Frau. Wir haben uns nicht mal richtig vorgestellt, daher weiß ich leider auch nicht ihren Namen.

Die Reisetipps werde ich aber ziemlich sicher beherzigen.

So langsam verschwindet die Sonne

Als es dunkel wurde leerte sich der Ort. Nur ich und ein weiterer tapferer Fotograf blieben bis man die Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte. Und ja, auch wir kamen ins Gespräch über Gott und die Welt und tingelten zusammen durch den Hafen und machten Langzeitbelichtungen der Kutter und des kleinen Preußen.

Das war ein wirklich gelungener Ausflug. Und ja, ich möchte hier oben ganz viele unterschiedliche Orte sehen, aber ich werde auch ziemlich sicher wieder einen Abend in Wremen verbringen.

Langzeitbelichtung vom Leuchtturm und Hafen

Die Infobox

Ich habe mir etwas für meine Berichte ausgedacht. Die Infobox. Wer keine Lust hat den gesamten Text zu lesen oder zusätzliche Infos sucht, dem bereite ich alles wichtige hier noch einmal auf. Kurz und knapp!

  • Fazit
  • Equipment
  • Wissenswertes

Ein toller Ausflugsort. Im Oktober, trotz Ferienzeit, nicht überlaufen. Kann aber eventuell auch an Corona gelegen haben. Man kann sich gut ein paar Stunden aufhalten. Nicht alle Wege und Wiesen sind betretbar, da dort zu unterschiedlichen Jahreszeiten, unterschiedliche Vögel nisten.

Die Sonne versinkt von dort aus gesehen direkt im Meer. Der Leuchtturm "Kleiner Preuße" ist nur mäßig beleuchtet. Für die Nachtaufnahmen ist ein Stativ Pflicht.

Ich komme gern wieder, sollte aber vorher meinen Sensor reinigen, teilweise habe ich stark abgeblendet und war später schockiert, wie viele Flecken mittlerweile auf dem Sensor sind...

Achja, eine längere Brennweite hätte mir im Nachhinein auch ganz gut gefallen. 25mm ist für Landschaften etc. ja wirklich ok, aber ich hätte gerne ein paar Details fotografiert oder auch den Leuchtturm aus einer anderen Perspektive.

Da ich mit dem Auto unterwegs war, musste ich im Grunde keine große Rücksicht auf das Gewicht des Equipments nehmen, deswegen hatte ich meine "Große", die Sony a7 III* und mein Zeiss Batis 25mm f2* dabei.

Das Stativ meiner Wahl war das Rollei C5I Carbon*, das für meine Zwecke auch ehrlicherweise völlig ausreicht.

Wremen ist ein Nordseebad und eine kleine Ortschaft an der Wurster Nordseeküste. (siehe Wikipedia)

Die im Artikel erwähnten Fressbuden haben bis Ende Oktober, jeden Tag geöffnet. Wann diese im Frühjar wieder öffnen habe ich nicht erfahren.

Parkplätze sind in ausreichender Stückzahl vorhanden und es gibt einen kostenlos nutzbaren Toilettenwagen.

Bildbearbeitung

Ein paar Infos zur Bildbearbeitung.

Ich entwickle meine Bilder immer noch (muss man ja mittlerweile sagen) in Lightroom. Es gab bei den Bildern kein besonders anspruchsvolles Editing. Ich habe mein Preset drüber gelegt und die Belichtung, Schatten und Lichter, sowie die Ausrichtung angepasst. Ja, ich fotografiere oft immer noch schief. Mit Stativ wurde es dann besser!

Am längsten hat es gedauert, die Sensorflecken wegzustempeln…

EIN ABEND IN WREMEN NORDSEE VERGLEICH VORHER Original
Ein Abend in Wremen an der Nordsee Modified
EIN ABEND IN WREMEN NORDSEE VERGLEICH VORHER Original
Ein Abend in Wremen an der Nordsee Modified
EIN ABEND IN WREMEN NORDSEE VERGLEICH VORHER Original
Ein Abend in Wremen an der Nordsee Modified

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