Dorum im November

Dorum im November

Wisst ihr noch? Vor ein paar Wochen war ich in Wremen und habe dort ein paar Bilder vom „Kleinen Preußen“, dem Leuchtturm, gemacht. Mir hatte der Ausflug super viel Spaß bereitet und ich nahm mir vor solche Tagesausflüge öfter zu machen. Meistens passiert dann lange Zeit nichts mehr, aber diese Woche habe ich es wieder getan!

Ich war in Dorum, nur ein kleines Stückchen weiter nördlich zu Wremen. Die Location hatte ich mir bereits im Vorfeld ausgesucht, weil Freunde von mir sagten, dass es dort ganz schön sei.

Natürlich habe ich den Ort auch gleich in meine Karte auf Google-Maps mit Foto-Locations eingetragen. Ihr kennt die Karte nicht? Dann klickt euch da gern mal rein. Vielleicht findet ihr dort auch die ein oder andere Idee für einen kleinen Ausflug. Ich habe derzeit noch weitere Eintrage in meinem virtuellen Notizbuch, bin nur noch nicht gekommen, diese einzupflegen.

Ok, aber nun zu Dorum.

Ich habe diesmal insgesamt nur 60 Bilder gemacht. Das ist wirklich verdammt wenig für einen Ausflug. Zumindest bei mir. Der Grund war mein zeitliches Missmanagement bzw. mangelnde Ortskenntnis.

Ich wusste nicht, dass es dort einen Leuchtturm gibt. Ich wusste auch nicht, dass der Platz am Badestrand relativ groß ist und somit habe ich viel viel weniger Zeit vor Ort eingeplant als eigentlich nötig gewesen wäre. Ich hatte einfach vor, die im Meer versinkende Sonne zu fotografieren und dabei ein wenig Zeit für mich zu haben. Als ich in Dorum ankam hatte ich noch etwa 30 Minuten bis Sonnenuntergang und ich wollte mir noch einen vernünftigen Platz suche, um den Leuchtturm bei Tageslicht und in der Dämmerung zu fotografieren. Dementsprechend gibt es wenig andere Bilder.

An sich ist der Badestrand aber schön. Es gibt einen großen Bikerparkplatz (ich nehme an, dass es ein beliebtes Ausflugsziel unter den Motorradfahrern in Norddeutschland ist), öffentliche Toiletten und bis Ende Oktober vermutlich auch hier einiges an Fressbuden. Kleinere Buden waren sogar jetzt Anfang November noch aufgebaut. Man musste also nicht verhungern, wenn man nicht wollte.

Tiefstehende Sonne in Dorum

In meinem Spurt zum Leuchtturm habe ich natürlich trotzdem ein paar Motive gesucht. Herrje, vermutlich haben diese Pfosten irgendeinen Namen, der mir nicht geläufig ist, aber ich finde die machen sich mit dem niedrigen Wasser und in schwarz-weiß ganz gut.

Die "Pfosten" und das Meer

Wie in Wremen, gab es auch in Dorum einen Fischereihafen. Hier konnte ich die Kutter auch in Aktion sehen. So fuhren hin und wieder Boote raus aufs Meer, andere kamen zurück in den Hafen. 

Die Kutter hätten später auch ein tolles Motiv gegeben. Man hätte sich etwas außerhalb des Hafenbeckens postieren können und die Boote mit untergehender Sonne im Hintergrund ablichten können. Wie ihr lest, man HÄTTE. Ich habe mich für den Leuchtturm entschieden.

Ich will jetzt gar nicht der große Leuchtturmfotograf werden, aber im Moment gefallen mir diese Bauwerke als Motiv sehr gut. Dorum ist von mir aus mit dem PKW in einer Stunde erreichbar, von daher bekomme ich sicher nochmal die Gelegenheit dort andere Motive zu fotografieren.

Der kleine Hafen

Was ich im Sonnenuntergang immer gern mitnehme sind Moodshots. Keine Ahnung, ob das die richtige Bezeichnung ist. Ich meine damit Bilder, die ohne großes Hauptmotiv eine Art Stimmung des Tages transportieren. Bilder auf denen man also erkennt, ob es winterlich, sommerlich, hell, dunkel, whatever war.

Neulich schrieb mir jemand auf Instagram meine Bilder wären so schön melancholisch. Ich dachte „WAS?“. Ich gehe da gar nicht melancholisch an die Sache ran, aber vielleicht stimmt es ja. Vermutlich sind es genau diese „Moodshots“ die diese Wahrnehmung stärken. An sich ein Attribut mit dem ich gut leben kann.

Wenn ihr bei den folgenden Bildern ein paar Mal nach rechts swiped, dann seht ihr auch „Moodshots“ bei Nacht.

Nacht heißt in diesem Fall 18 Uhr, aber hey, es war da halt schon super dunkel.

Ein paar "Moodshots"

Nun aber zum Hauptmotiv des Tages, dem Leuchtturm. Wie ihr seht führt ein langer Steg zum hölzernen Gebäude. Über eine Stahltreppe kann man diesen erreichen. Aufgrund Covid-19 ist der Leuchtturm aber derzeit geschlossen. Egal, als Motiv gibt er vermutlich sowieso mehr her.

Ich bin ein kleines Stückchen über eine Wiese gegangen. Die Möglichkeit die Sonne direkt hinter dem Turm zu haben ist in Dorum nur mit Gummiboot gegeben. Für mich also keine Option.

Also suchte ich nach dem für mich schönsten Motiv. Natürlich wäre es schöner, wenn die Reflektion komplett sichtbar wäre, aber die Gegebenheiten waren in diesem Fall nicht veränderbar.

Auf dem letzten Bild dieser kleinen Slideshow habe ich mit der Taschenlampe experimentiert. Es war, man sieht es auf dem Bild nicht, schon wirklich sehr dunkel und ich habe versucht mit der Taschenlampe eine künstliche Sonne zu erzeugen. Ist gar nicht mal so schlecht geworden, aber natürlich völlig unrealistisch. Warum sollten bei strahlendem Sonnenschein die Laternen leuchten? Naja, ein Experiment, dass ich schnell abhaken werde.

Das Hauptmotiv

In stockfinsterer Nacht ist dann noch dieses spooky schwarz-weiß Bild entstanden. Ich finde es passt ganz gut. Ich habe hier die Tiefen wirklich stark heruntergezogen und die Lichter in den Fenstern etwas aufgehellt. Wären jetzt noch die Laternen aus wäre es für mich tatsächlich ein super Bild. So bleibt es für mich ein okayes Bild mit düsterer Stimmung. Das könnte meiner Meinung nach auch ein Schauplatz aus einem Stieg Larsson Roman sein.

Es wurde, wenig überraschend, aber trotzdem erwähnenswert, fürchterlich kalt als die Sonne weg war. Ich fand mich irgendwann mit Mütze, Schal, Handschuhen, dicker Winterjacke und heißem Tee wieder. Ansonsten hätte ich mir vermutlich einen frostigen Tod geholt. Denn eines hat dieses spooky Motiv noch spookiger (…) gemacht: Kurz vor Sonnenuntergang sind wirklich alle Menschen vom Strand verschwunden. Ich war dort die letzte Stunde meiner Anwesenheit komplett allein. Zum Glück hatte ich für den Rückweg meine Taschenlampe eingepackt, sonst hätte ich mir vermutlich in die Hosen gemacht.

Und mit diesem Geständnis entlasse ich euch aus diesem Beitrag. Ich hoffe er hat euch gefallen. Wenn ihr mögt, klickt euch doch noch durch die Infobox oder schaut euch das Beispiel der Bildbearbeitung an.

Die letzten Bilder des Tages

Die Infobox

Ich habe mir etwas für meine Berichte ausgedacht. Die Infobox. Wer keine Lust hat den gesamten Text zu lesen oder zusätzliche Infos sucht, dem bereite ich alles wichtige hier noch einmal auf. Kurz und knapp!

  • Fazit
  • Equipment
  • Wissenswertes

Auch Dorum ist ein gutes Ziel für einen mehrstündigen Aufenthalt. Selbst wenn man dort nicht baden gehen möchte. Es gibt so ziemlich alles an Infrastruktur, was man braucht.

Besonders beliebt scheint es bei Bikern zu sein. Zumindest gab es einige Hinweisschilder und selbst Anfang November waren am späten Nachmittag locker 20 Motorradfahrer dort.

Abseits des Leuchtturms muss man aber Motive suchen. Gräser und Sträucher, mit entsprechendem Equipment sicher auch Vögel oder das Treiben am Hafen bietet sich an. Ich weiß allerdings nicht, ob es bessere und schlechtere Zeiten am Hafen gibt.

Wie in Wremen war die Sony a7 III* und mein Zeiss Batis 25mm f2* dabei. Diesmal hatte ich zusätzlich noch das Sony Zeiss 55mm 1.8 im Rucksack. Zum Einsatz kam es allerdings nicht.

Das Stativ meiner Wahl war das Rollei C5I Carbon*, das für meine Zwecke auch ehrlicherweise völlig ausreicht.

Dorum gehört zum Landkreis Cuxhaven und  trug früher die Bezeichnung Nordseebad. (siehe Wikipedia)

Parkplätze sind in ausreichender Stückzahl vorhanden und es gibt mehrere öffentliche Toiletten. Teilweise sind Toiletten und vor allem der Leuchtturm aufgrund von Corona gesperrt gewesen. Es scheint als würde ganzjährig für Verpfelgung gesorgt.

Bildbearbeitung

Ein paar Infos zur Bildbearbeitung.

Ich habe exakt so bearbeitet wie die Bilder von Wremen. Deswegen lasse ich den Text hier mal exemplarisch stehen. Ja, auch die Sensorflecken sind seit dem nicht weniger geworden…

Ich entwickle meine Bilder immer noch (muss man ja mittlerweile sagen) in Lightroom. Es gab bei den Bildern kein besonders anspruchsvolles Editing. Ich habe mein Preset drüber gelegt und die Belichtung, Schatten und Lichter, sowie die Ausrichtung angepasst. Ja, ich fotografiere oft immer noch schief. Mit Stativ wurde es dann besser!

Am längsten hat es gedauert, die Sensorflecken wegzustempeln…

Ich zeige euch aber jetzt nicht mehr verschiedene Vorher-/Nachherbilder, sondern einfach die Bearbeitungsschritte.

Dorum im November Bearbeitungsschritte Original
Dorum im November Bearbeitungsschritte Preset drüber
Dorum im November Bearbeitungsschritte mit Preset
Foto von Leuchtturm in Dorum im November Weißabgleich

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Dorum im November

2 Antworten

  1. Hallo Marv,
    eine schöne Bilderstrecke, habe im Podcast davon gehört und gleich mal reingeschaut.
    Du weißt ja, Meer geht immer 👍

    Übrigens The North Face hat schicke gelbe Jacken 🧥

    Gerne mehr von Deinen Blogstorys mit Geschichten aus dem Norden.

    VG Andreas

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